Jahreslosung

Jahreslosung 2017: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36, 26)

Komm, schenke mir ein neues Herz
für all den Kummer und den Schmerz,
für all die Freude und das Glück
und für den aufmerksamen Blick,
Schenk mir ein Herz für die Verstörten,
die Zögernden und die Betörten,
für alle, die sich selbst verachten,
für die Verkrümmten und Verlachten,
schenk mir ein Herz für stumme Münder
und für das Leid verlorner Kinder,
für alle, die in diesen Tagen,
eine schwere Trauer tragen.
Ein neues Herz für die Verhassten,
die sich verzweifelt selbst verpassten,
die Hunger leiden in den Seelen
und sich durch leere Nächte quälen.
Gib mir ein Herz für die Betrübten,
die jammervollen Selbstverliebten,
die Suchenden, die niemals finden
und sprachlos in sich selbst verschwinden.
Ein Herz für all die Ungewissen,
die sich selbst verletzen müssen,
weil nur der Schmerz, den sie sich geben,
sie spüren lässt, dass sie noch leben.
Für alle, die in ihrem Sehnen
sich zu weit ins Leben lehnen,
die sich im Rausch die Welt verlügen
und ihren schönsten Traum betrügen.
Gib mir ein Herz auch für die Alten,
die sich für überflüssig halten
und deren Kräfte still versiegen,
wenn sie in ihrem Kummer liegen.
Auch für die Jungen, die es wagen,
den falschen Schein zu hinterfragen,
laut und frech die Welt zu stören
und sich unbeirrt zu wehren.
Gib mir ein Herz für all die Fremden
in ihren allerletzten Hemden,
die in Meeren, Wüsten, Flüssen
um ihr Leben kämpfen müssen
und hier, in ihrem großen Schmerz,
Menschen brauchen mit viel Herz.
Auch für die Rechten, die sich hassen
und das die Schwächsten spüren lassen.
Mach mein Herz besonders weit
für ihre kalte Einsamkeit.
Und Herr, weil du von all dem weißt,
leg in uns einen neuen Geist!
Der unser kleines Herz berührt
und zu einer Sehnsucht führt,
die sich streckt nach einem Mut,
der einfach sagt: Ich bin dir gut.
Du bist gewollt, so wie du bist,
von dem, der deine Hoffnung ist.
Schenk uns, Herr, in Freud und Schmerz,
im neuen Geist ein neues Herz!

Thomas Perlick